Frank Plassberg, Journalist und Moderator

Als Zielsetzung für sein Leben ist, glaube ich, wirklich wichtig, dass man sich irgendwann mal – ich sag mal so ab vierzig – ein oder zwei Tage hinsetzen und nichts tun kann und das aushält. Und es sich finanziell leisten kann. Das finde ich ganz wichtig. Aber in erster Linie, dass man es aushält, nicht wichtig zu sein, sich nicht zu wichtig zu machen, sich nicht zu langweilen und diese zwei Tage so anregend findet, dass man es sich von da ab einmal im Monat in den Kalender schreibt. Ich finde, das ist das meiste, was man erreichen kann, denn es deutet darauf hin, dass man ein glücklicher Mensch ist, der rund läuft und mit sich und der Welt zufrieden ist.

Ich selber arbeite daran, seit meinem vierzigsten Lebensjahr, jetzt bin ich fast 57, aber es klappt immer besser.

Gelernt habe ich das durchs Leben, indem ich zu früh zu viel gemacht habe. Seit meinem achtzehnten Lebensjahr habe ich gearbeitet, arbeite jetzt auch noch, aber begreife mich mehr so in der Erntezeit. Ich habe zum Beispiel das Glück noch einen kleinen Sohn zu haben. Mit dem habe ich heute Morgen eine halbe Stunde im Bett gelegen, er hat Kakao getrunken und ich Kaffee und wir haben vier Worte gewechselt. Männer, die an die Decke starren und sich gut verstehen. Anschließend gab es leider einen Tiefpunkt: Da hat er mich genommen und gesagt ‚Papa lieb haben‘. Da habe ich gesagt später wirst du mal ein Mädchen lieb haben. Da hat er gesagt ‚Nein, Mama‘.

Also kurz gesagt, was wirklich wichtig ist: Jeden Tag dreimal ‚heute‘ zu denken und nicht ‚morgen‘.“