Neven Subotic, Profifussballer

In meinem Leben habe ich gemerkt, dass es wichtig ist, nach links und rechts zu schauen. Ich hatte ein sehr privilegiertes Leben, auch wenn ich relativ zu meinem Umfeld nicht „oben“ oder in der „Mitte“ war. Trotzdem war ich verglichen zur Weltbevölkerung ein sehr, sehr glückliches Kind und ich finde es ist gerecht, mein Leben auch zu nutzen, um die Missstände, die auf der Welt momentan herrschen, auszugleichen. Fakt ist: Ich bin in einem Krankenhaus geboren, so wie wahrscheinlich die meisten, die das gerade lesen. Es gibt noch immer sehr viele Kinder auf der Welt, die diesen Luxus nicht haben. Wir sprechen über die ersten Momente im Leben. Schauen wir danach mal weiter: Die ersten Tage, Wochen, Monate und Jahre sind zwischen verschiedenen Ländern oder Kontinenten schon sehr unterschiedlich. Ich finde, dass dieser Unterschied so groß ist, dass es Priorität im Leben hat mich für unterschiedliche Leute einzusetzen bzw. das Glück, das einem geschenkt wurde, zu teilen. Ich finde, dass diese zwischenmenschliche Kooperation das schönste ist auf der Welt. (…)

Tobias Zimmermann, Autor

Erstmal finde ich es wichtig, sich überhaupt mit der Frage ,Was ist wirklich wirklich wichtig?’ auseinanderzusetzen. Sonst fangen die Leute nicht an zu denken. Die Leute rennen dann nur durch die Gegend und ihnen ist das fast egal. Sie versuchen sich mit ihrem Alltag, mit ihren aktuellen Problemchen oder mit dem Fernsehprogramm zu beschäftigen. Aber es wäre wichtig, die Leute ans Denken zu bekommen. Aber ich finde es total schwierig, eine Antwort zu finden, denn es ist ja fast eine Sinnfrage. Bei der Frage nach dem Sinn des Lebens kann man sich schnell verrennen. Man stößt immer wieder an seine Grenzen. Noch schlimmer ist es, wenn alles offen bleibt: Wenn man in den Himmel guckt und man weiß nicht, wo fängt es an, wo hört es auf? Genauso ist es bei der Sinnfrage: Der erste Schritt ist, sich damit zu beschäftigen. Sich selbst zu reflektieren, die Welt und die Gesellschaft zu reflektieren. Man muss das gedanklich angehen. Ich bin überhaupt kein Bildungsmensch und weiß nicht, was gerade die schulpädagogischen Pläne sind. Aber es wäre sicher gut, diese Frage in die Schule zu bringen und sie beispielsweise im Philosophieunterricht zu stellen.

© Thomas Rodenbücher - Flickr: IMG_4594.jpg CC BY 2.0

Nia Künzer, ehemalige Fußballnationalspielerin

Was mich meine 34-jährige Erfahrung lehrt, ist, dass man bei allem, was man tut, versuchen muss, mit sich im Reinen zu sein. Es geht in Richtung Kant: Bei sich bleiben, versuchen mit sich und der Welt im Reinen zu bleiben.

Dazu bedarf es der Moral, des Gewissens, also wie man in bestimmten Situationen handelt, der Reflexion wie man in der Vergangenheit gehandelt hat und wie man es in Zukunft besser machen will. Das ist das Abstrakte, was wirklich wichtig ist. Ansonsten ist es etwas handfesteres: Bei mir ist es der Rückhalt der Familie und der Freunde.

Das hat mir mein Leben gelehrt. Wenn ich jetzt so überlege, was mir wirklich wichtig ist, ist es, mich so zu verhalten, dass ich mit mir und mit anderen und meine Mitmenschen mit mir im Reinen sind. Ich versuche in meinem Handeln ehrlich zu sein und niemanden zu verletzen.