Dirk Grosser, Autor

„Die Welt ist voller Theorien. Gerade spirituelle Ideen gibt es wie Sand am Meer – eine Menge Gedanken, über die man sich weitere Gedanken machen kann. Das einzige perpetuum mobile, das wirklich funktioniert. Manchmal, in guten Momenten, wundere ich mich über das, was da durch meinen Kopf trampelt, dabei kaum Raum für anderes, weitaus wichtigeres zulässt. …

Was brauche ich also wirklich? Ich brauche Luft, ein tiefes Ein- und Ausatmen. Ich möchte lieben und geliebt werden, wünsche mir Küsse, die mich bergen und Blicke, die mir en Gefühl der Zugehörigkeit schenken. …. Genau das ist der geheiligte Kosmos in seiner alltäglichen Entfaltung.“

Hagen Stoll, Musiker

Es ist wichtig, „bunt“ zu denken, wenn alles um einen herum in schwarz und weiß kategorisiert wird. Wirklich wichtig ist es, kleine & große Fehler zu machen und wirklich wichtig dann auch daraus zu lernen. Es ist wirklich wichtig, sich der Gleichheit der Menschen bewusst zu werden. Auch wirklich wichtig ist es, Träume zu haben, sich zu erfüllen und nicht zu vergessen, dass man vielleicht sogar seinen Traum schon lebt.

 

Hanns Zischler

Was im Leben wichtig ist? Um Gottes Willen, eine große Frage! Naja, wichtig ist, dass man das Leben als Geschenk begreift und die Anlagen, die man hat, so entwickelt, dass man damit sich und den anderen eine Freude bereiten kann.

Jonathan Heimes, Aktivist

Jonathangeschnitten

© Jonathan Heimes

Bei der Beantwortung dieser Frage denke ich oft an Aussagen von Sam Berns, einen Jungen, der eine unheilbare Krankheit hatte und durch diese schon mit 17 Jahren gestorben ist:

1. Begib dich in die Nähe von Menschen, die dich lieben und schätzen, z.B. Familie, Freunde und besondere Menschen. Ich sage mir immer, das Leben ist wie ein Kinofilm, und du spielst die Hauptrolle. Aber wenn die Nebendarsteller, sprich die Familie und die Freunde, nicht gut sind wird der Film, sprich dein Leben, auch nicht gut.
2. Konzentriere dich nur auf deine Stärken im Leben und die Sachen, die du auch machen kannst. Es gibt im Leben so viele Möglichkeiten und Alternativen, z.B. konnte ich nach meiner Krankheit keinen Leistungssport mehr machen und habe dann ein Buch geschrieben und Lesungen und Vorträge gehalten.
3. Schau in die Zukunft. Es gibt nur eine Richtung im Leben und die heißt „nach vorne“. Es bringt nichts, der Vergangenheit nachzutrauern.
Zu dieser Einstellung bin ich durch meine spezielle Krankengeschichte und die Erfahrungen, die ich dadurch ich in dieser Zeit gemacht habe, gekommen.

Hellmuth Karasek, Literaturkritiker und Autor

Beherzigung

Ach, was soll der Mensch verlangen?
Ist es besser, ruhig bleiben?
Klammernd fest sich anzuhangen?
Ist es besser, sich zu treiben?
Soll er sich ein Häuschen bauen?
Soll er unter Zelten leben?
Soll er auf die Felsen trauen?
Selbst die festen Felsen beben.
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie ers treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle!(J.W. Goethe Gedicht aus den „Maximen und Reflexionen“)

Sebastian Krumbiegel, Musiker (Prinzen)

Wichtig ist erstmal, dass die Menschen miteinander klarkommen und dass wir uns um Menschen in Kriegen und Katastrophen kümmern. Es gibt ein Wort, das früher in meiner Kindheit im Osten ein sehr wichtiges Wort war: Solidarität. Nicht jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Daher sollte man versuchen, sich um Leute zu kümmern, die es nicht hinkriegen ihres eigenen Glückes Schmied zu sein, weil sie es eben nicht gelernt haben, weil sie nicht so erzogen worden sind. Also andere bei der Hand nehmen und Solidarität gegenüber Minderheiten, gegenüber Randgruppen, gegenüber Behinderten, gegenüber Asylsuchenden, gegenüber Leuten, die eine andere sexuelle Präferenz haben, gegenüber Leuten, die nicht zum Mainstream gehören, zeigen. Das halte ich für sehr wichtig. Ich glaube, wenn wir das hinkriegen, ergibt sich der Rest von selbst.

Friedrich Lichtenstein, Schauspieler

„Das ist eine sehr, sehr schwere Frage! Das Wichtigste ist am Leben zu bleiben und sich irgendwie zu entfalten. Bloß gibt es da verschiedene Techniken. Manchmal sind es Sachen, die man nicht sieht. Die sind schon da, aber erst, wenn sie sich entfalten, sieht man sie. Es gibt viel Verborgenes – die Sachen, die versteckt sind oder Probleme, durch die man durch muss. Manchmal sind das auch romantische Probleme – man kennt das von Wanderungen: Wenn es richtig schwer wird und man nicht mehr kann. Am Ende ist man trotzdem auf dem Berg. Außerdem ist Liebe wichtig. Und ich würde auch sagen: Genauigkeit: Die Suche nach dem perfekten Moment, also nach der richtigen Frau, dem richtigen Haus, der richtigen Stadt oder der richtigen Arbeit. Man sollte gucken, dass man das findet, was wirklich gut ist.

Wie könnte man denn an die Dinge rankommen, die verborgen sind, die man nicht sieht?

Jeder hat sein eigenes Timing, seine eigene Wahrheit und das sollte man zulassen. Ich glaube, Diversität  ist sehr wichtig. Je unterschiedlicher die Leute sind, desto schöner ist es. Und wie man da rankommt? Es erwischt einen kalt. Es kommt irgendwann zu einem. Wenn man in Bewegung bleibt und aufrecht sucht, kommt das schon. Obwohl es auch verborgene Dinge gibt, die einen guten Job machen, gerade weil sie verborgen sind. Man muss nicht den Ehrgeiz entwickeln, alles, was verborgen ist, ans Tageslicht zu bringen. Es gibt unbewusste Dinge, die funktionieren ganz großartig. Zum Beispiel unsere Balance: Wir denken ja auch nicht immer darüber nach wie man laufen kann ohne umzukippen. Es funktioniert trotzdem!

Wie kommen Sie zu genau dieser Haltung?

Ich habe gelernt, dass man sehr entspannt sein kann. Das Leben ist unglaublich stark und stabil, es hat seinen eigenen Kopf. Wenn man sich da entspannt hinein begibt und die Vielfältigkeit liebt, dann ist man mitten im Korallenriff des Lebens und da ist allerhand möglich

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Politikerin

In Zeiten der Globalisierung, Digitalisierung und Europäisierung ist wirklich wichtig, als Mensch authentisch zu bleiben.

Adnan Maral, Schauspieler

Dass man respektvoll miteinander umgeht, dass man den Menschen im anderen sieht, auf die Menschlichkeit achtet und dass man den Gegenüber akzeptiert. Das ist ein Teil unseres gemeinsamen Lebens. Ich glaube, wenn man den anderen so akzeptiert wie er ist, mit seiner Herkunft und mit seiner Identität, dann ist das bereits ein Weg, der sich aufmacht und den man, wenn man möchte, gemeinsam gehen kann

Mark Benecke, Pathologe

„Entscheidend ist, Wahrheit von Glauben, Hoffen, Meinen und Annehmen zu unterscheiden. Ob es Gott gibt, hängt von der Definition von „Gott“ ab und davon, ob man es prüfen kann. Kann man aber nicht – ist nicht messbar. Ob Akupunktur wirkt (ja, wirkt durch die Aufmerksamkeit und Zuwendung, nicht durch die Nadeln) kann ich hingegen messen. So ist es auch in Kriminalfällen: Ober einer komisch aussieht oder sonstwie liegt oder immer mit Bundfaltenhose und Schlips rumrennt, heißt gar nichts. Die Frage ist nur: Gibt es objektive, sachliche, unemotionale Tests, die prüfen, wie, wo, warum, wann Sperma, Blut, Haare oder Insekten irgendwo hingelangt sind? Erst dann kann der Rest sinnvoll erfolgen…