Frank Plassberg, Journalist und Moderator

Als Zielsetzung für sein Leben ist, glaube ich, wirklich wichtig, dass man sich irgendwann mal – ich sag mal so ab vierzig – ein oder zwei Tage hinsetzen und nichts tun kann und das aushält. Und es sich finanziell leisten kann. Das finde ich ganz wichtig. Aber in erster Linie, dass man es aushält, nicht wichtig zu sein, sich nicht zu wichtig zu machen, sich nicht zu langweilen und diese zwei Tage so anregend findet, dass man es sich von da ab einmal im Monat in den Kalender schreibt. Ich finde, das ist das meiste, was man erreichen kann, denn es deutet darauf hin, dass man ein glücklicher Mensch ist, der rund läuft und mit sich und der Welt zufrieden ist.

Ich selber arbeite daran, seit meinem vierzigsten Lebensjahr, jetzt bin ich fast 57, aber es klappt immer besser.

Gelernt habe ich das durchs Leben, indem ich zu früh zu viel gemacht habe. Seit meinem achtzehnten Lebensjahr habe ich gearbeitet, arbeite jetzt auch noch, aber begreife mich mehr so in der Erntezeit. Ich habe zum Beispiel das Glück noch einen kleinen Sohn zu haben. Mit dem habe ich heute Morgen eine halbe Stunde im Bett gelegen, er hat Kakao getrunken und ich Kaffee und wir haben vier Worte gewechselt. Männer, die an die Decke starren und sich gut verstehen. Anschließend gab es leider einen Tiefpunkt: Da hat er mich genommen und gesagt ‚Papa lieb haben‘. Da habe ich gesagt später wirst du mal ein Mädchen lieb haben. Da hat er gesagt ‚Nein, Mama‘.

Also kurz gesagt, was wirklich wichtig ist: Jeden Tag dreimal ‚heute‘ zu denken und nicht ‚morgen‘.“

Andreas Beck, Profifußballer

Für mich steht die Gesundheit über allem. Nicht nur meine, sondern die aller Menschen, die mir nahestehen. Und außerdem: Es ist wichtig, glücklich und zufrieden zu sein – mit den eigenen Lebensumständen, mit den Entscheidungen, die man trifft, mit dem Lebensweg, den man eingeschlagen hat.

Andreas Hoppe, Schauspieler

Wirklich wirklich wichtig im Leben ist die Welt auf der wir leben, die Natur und die Umwelt. Ich glaube, wir alle müssen dafür Verantwortung und Sorge tragen, denn wir können nicht erwarten, dass das jemand anderes für uns macht. Das finde ich letztlich sehr wichtig. Wenn wir uns nicht bald darum kümmern und nicht bald Entschlüsse gefasst werden, die in eine sauberere Umwelt und gesündere Natur führen, in der wir beispielsweise wieder mit Wildtieren Kontakt haben, glaube ich, dass diese Welt einfach kaputt geht – und die Menschen mit ihr.

Mir ist das besonders bewusst geworden durch Reisen und durch Kontakte mit nordamerikanischen Indianern, bei denen ich Fotomaterial gedreht habe. 2009 habe ich auch ein Buch über nachhaltige und regionale Ernährung geschrieben und seitdem bin ich zu vielen Veranstaltungen eingeladen worden. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr hat man das Gefühl, dass eins ins andere greift. Wir sind einfach bedroht. Allein was in der industriellen Landwirtschaft an Umwelt und Natur kaputt gemacht wird und wie wir uns damit vergiften wird immer noch unterschätzt. Darum müssen wir und darum müssen sich auch die jüngeren Generationen kümmern. Auch wenn man am Anfang denkt, das ist nicht sexy und nicht so spannend, aber es gehört dazu, dass wir hier alle weiter leben können.

Ich denke, dass es auch wichtig ist, dass die vielen neuen Medien nicht zum alleinigen Lebensinhalt werden sollten. Man sollte Nutzen daraus zu ziehen, aber vorsichtig und achtsam mit ihnen umgehen. Manchmal, wenn ich die junge Generation beobachte, habe ich das Gefühl, dass die neuen Medien wichtiger als viele andere Sachen sind.

Viel mehr Gewicht sollten wir auf die Natur, aber auch die Kultur, Standpunkte zu haben, sich beispielsweise politisch zu engagieren – und zwar authentisch zu engagieren, legen. Nicht nur für Geld und Profit, sondern auch, weil manche Themen einfach wichtig sind.

Avi Primor, Diplomat

Das wirklich Wichtige ist, dass Sie alles mögliche tun sollten, um andere Menschen zu verstehen.

Barbara Salesch, Richterin und Künstlerin

Wichtig ist, zu versuchen, sich selber kennenzulernen: Wo liegen meine Stärken und wo liegen meine Schwächen? Und wenn man Stärken hat – und die hat jeder – dann sollte man sie vertiefen und sich mit den Schwächen abfinden. Man sollte nicht immer an die Schwächen gehen, die man verbessern will, sondern lieber an die Stärken, die können nämlich auch verbessert werden. Zusammengefasst: Akzeptiere deine Schwächen und fördere deine Stärken.

Bastian Bielendorfer, Autor

 

„Was wirklich wirklich wichtig ist ?“ Mich hat die Erfahrung gelehrt, dass man nie aufgeben sollte! Das bedeutet nicht, dass jeder alles erreichen kann, wenn er nur will. Es gibt Millionen Dinge, bei denen ich versagen würde, bei jeder Art von Wettkampfsport bin ich bis heute der beste Spieler für das gegnerische Team und wenn ich versuche zu singen, bluten Ohren und Menschen stürzen sich freiwillig von Klippen….

Norbert Blüm, ehemaliger Politiker

 Das Wichtigste ist die Liebe.
 „Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.“
In diesem Sprichwort ist die Weisheit von Generationen versammelt.
Dass man durch Geben reicher wird als durch nehmen, entspricht einer himmlischen Mathematik, die nicht ins Hirn des „homo oeconomicus“ geht. Wir sind von der Wiege bis zur Bahre auf andere angewiesen. Den starken Selbstversorger gibt es gar nicht, und wenn es ihn gäbe, wäre er ein bedauernswertes Monstrum. „Liebe und tue, was Du willst“ ruft der Heilige Augustinus.  Er bindet damit nicht ein Programm der Beliebigkeit sondern die Maxime der Achtsamkeit, die von vor- und Rücksicht geprägt ist. Eine rücksichtsvolle Gesellschaft schont Mensch und Natur. Sie ist die Quelle von Geborgenheit, nach der sich Menschen sehnen, solange es sie gibt. Geborgenheit beginnt mit Anerkennung des Anderen als Anderen. Anerkennung ist der Eingang, Tür zur Liebe.

Bülent Ceylan, Comedian

 

Familie, Gesundheit und Sex mit Liebe

Carlos Martinez, Pantomime

„Für mich ist es immer noch wichtig zu träumen!  Als Kind träumte ich davon, eines Tages Schauspieler zu sein. Mein zweiter Traum war es, alle Sprachen der Welt zu sprechen. Aber meine Eltern, Nachbarn und Freunde sagten zu mir, daß dies unmöglich sei. „Deine Träume sind zu groß!“ Aber als ich die Kunst der Pantomime entdeckte, stellte ich fest, dass ich ein Schauspieler sein kann, der alle Sprachen dieser Welt spricht. So möchte ich jeden ermutigen, weiter zu träumen. Manche Leute sagen zu mir, „Du bist jetzt älter und hast jetzt keine Träume mehr“. Darauf antworte ich dann: „Was? Ich bin noch voller Träume!“ Ich denke, das ist ein wirklich wichtiges Menschenrecht. Es gibt 30 Artikel in der Menschenrechtserklärung. Aber ich glaube an den 31sten. Jeder Mensch hat das Recht zu träumen.“

Cem Özdemir, Politiker

Spontan fällt mir dieses schöne Zitat aus dem neuen Testament ein und das als jemand der aus einer muslimischen Familie stammt. Ich glaube es ist 1. Buch der Korinther Vers 13: Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich doch ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Was so viel heißen soll, wie: Die Liebe ist das Wichtigste im Leben – wenn ich mich hier als säkularer Muslim mit einer Bibelinterpretation outen darf. Ich verstehe das so, dass das auch für einen selber gilt, denn es heißt ja nicht umsonst: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Aber es gilt eben auch für den Nächsten. Ich glaube, erst wenn man mit sich selbst halbwegs im Reinen ist, kann man auch auf andere zugehen, sich um sie kümmern und versuchen, Verantwortung für sie zu übernehmen. Und das ist für mich die Essenz des Lebens. Aber das hätte ich in meinem Leben auch nicht immer gesagt.