David Ulm, Profifußballer

Was wirklich wichtig ist, kann ich am besten erklären, wenn ich daran denke, was ich meinen Kinder für das Leben mitgeben möchte. Ich versuche zum Beispiel, Ihnen zu erklären, dass es wichtig ist, dass sie ehrlich sind und dass man im Leben nichts geschenkt bekommt, sie sich vieles erarbeiten und erkämpfen müssen. Aus diesem Grund sollen sie nicht so schnell aufgeben und Ehrgeiz zeigen. Mein Sohn ist sechs Jahre alt und meine Tochter ist erst drei Jahre alt. Er spielt auch gerne Fußball und ist sehr ehrgeizig. Trotzdem finde ich es wichtig, dass er lernt Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise für seine Schwester, die ja noch deutlich jünger ist. Ich selber war Einzelkind und musste daher nicht so früh Verantwortung übernehmen, habe das also nicht von Kind auf erlebt. Deswegen finde ich es wichtig, dass Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen.

WWWWI:           Wie vermitteln Sie das Ihren Kindern?

David Ulm:         Ich versuche diese Werte vorzuleben, sie anzusprechen und zeige, wie stolz ich auf sie bin, wenn sie zum Beispiel Verantwortung zeigen. Oft kümmert sich mein Sohn um seine Schwester, nimmt sie bei der Hand und sagt; „Komm!“ Dann bin ich sehr stolz auf ihn und ich spüre, dass er seine Verantwortung angenommen hat. Oft hilft er unaufgefordert, wenn er beispielsweise beim Tischdecken mit anpackt und auch an die Teller für seine Schwester denkt, oder wenn er sieht, dass meine Frau müde ist, dann sagt er: „Warte Mama, ich helfe Dir. Keine Angst, ich bin da. Ich kann mich auch um meine Schwester kümmern.“ Ich bin dann sehr beeindruckt, dass ein Sechsjähriger schon so viel verstanden hat. Es ist so schön zu sehen, dass die Kinder dich lieben und ich bin dann sehr stolz.

WWWWI:           Was tun Sie denn, wenn das mal nicht so gut klappt? Was tun Sie, wenn ihre Kinder sich anders verhalten, als Sie es von Ihnen erwarten?

David Ulm:         Meinem Sohn versuche ich dann zu erklären, dass seine Schwester nun mal kleiner ist und daher oft mehr Unterstützung und Zuwendung braucht. Und dass er, als er kleiner war, diese Unterstützung auch bekommen hat. Ich versuche mit ihm in Kommunikation zu bleiben und ihm seine Rolle als großer Bruder verständlich zu machen, dass er dann auch schon ein Stück weit verantwortlich ist. Ich erkläre ihm dann auch, dass seine Schwester manche Sachen noch nicht versteht und dass wir diese Sachen ihr erklären werden, wenn sie etwas größer ist. Aber er soll deswegen auch Verständnis für sie entwickeln. Wichtig ist einfach die Kommunikation . Trotzdem fällt das Teilen schon mal schwer und dann kann auch mal Enttäuschung entstehen. Denn manchmal ist man selber belastet und müde durch den Beruf und hat viel zu tun, dann ist es aber wichtig, dass man trotzdem immer für seine Kinder da ist. Dann versuche ich mir auch bewusst zu machen, dass ich Vorbild für meine Kinder bin und ich ihnen so viel wie möglich auf ihren Weg mitgeben will.

WWWWI:           Inwiefern hat ihre eigene Erziehung oder ihr Beruf dazu beigetragen, dass diese Werte ihnen so wichtig sind?

David Ulm:         Ich war Einzelkind und wohl auch ein wenig verwöhnt. Von daher habe ich diese Werte nicht so viel in meiner Kindheit mitbekommen. Aber durch die Familie meiner Frau habe ich viel gelernt. Und dann spielt natürlich das Leben als Profifußballer eine Rolle. Dort braucht man Ehrgeiz, aber es ist auch wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Dies versuche ich meinen Kindern weiterzugeben.